Vom Liebling zum Bösewicht – die umstrittene Rolle der DITIB

Mi 26. Oktober, 19.30 Uhr | Gemeindehaus

Eintritt: 5 € | Anmeldung erbeten:

Vortrag von Dr. Theresa Beilschmidt, Referentin der Stiftung Weltethos in Tübingen, zuständig für den Bereich „Interreligiöses und Gesellschaft“

Lange Zeit war die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) e.V. einer der Hauptdialogpartner des deutschen Staates. Nach dem gescheiterten Putschversuch im Jahr 2016 hat sich das Blatt jedoch gewendet. Der DITIB wurde ein großer Teil ihrer Projektförderung gestrichen. In vielen Gremien herrscht Unsicherheit, ob man überhaupt noch mit DITIB-Vertreter:innen sprechen könne….

 

Der maßgebliche Vorwurf: Die Türkei nehme politisch Einfluss. Und tatsächlich kamen nach dem Putschversuch einige Verfehlungen des DITIB-Dachverbandes und auch von zugehörigen Moscheegemeinden ans Licht: Spitzelei, Spionage, Verherrlichung von Gewalt und Antisemitismus. Der Dachverband hat sich davon distanziert, dennoch waren diese Vorwürfe nicht zu entkräften. Die jahrelangen Anstrengungen einzelner Gemeinden und Landesverbände, sich vom Dachverband zu emanzipieren und sich in ihrem jeweiligen Umfeld für die Belange ihrer Mitglieder und auch im interreligiösen Dialog zu engagieren, wurden dabei – bewusst oder unbewusst – übersehen. Die Folge: DITIB-Vertreter:innen haben sich immer mehr zurückgezogen. Dadurch ist der gesamte, so mühsam gewachsene interreligiöse Dialog in Gefahr. Äußert problematisch ist es, wenn deutsche Politiker:innen fordern, die Gespräche mit der DITIB abzubrechen. Denn was passiert, wenn man den Dialog beendet? Und kann es sich ein Staat wirklich erlauben, mit Teilen seiner Gesellschaft nicht zu sprechen?

In Kooperation mit der Initiative Weltethos | www.initiative-weltethos.de

Foto: DITIB-Zentralmoschee in Köln

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.