Sie galten als pedantisch, überkorrekt und wurden belächelt: die sogenannten „Jeckes“ – rund 60.000 deutschsprachige Juden, die vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus aus Deutschland in das damalige Palästina auswanderten. Jahrelang waren diese Zugewanderten im heutigen Israel Spott und Häme ausgesetzt. Inzwischen sind viele Israelis, allen voran die Kinder und Enkelkinder dieser „Jeckes“, stolz auf die Leistung der damals Zugewanderten. Trotz ihres schwierigen Startes konnten viele von ihnen wichtige Positionen in der Gesellschaft einnehmen und prägten etwa Justiz und Wirtschaft und gestalteten aktiv Architektur, Kultur und Politik Israels. „Jecke“ zu sein ist inzwischen in Israel eine Art Tugend.
Der israelische Politikwissenschaftler, Journalist und Buchautor Igal Avidan wird über die Geschichte der „Jeckes“ berichten. Er richtet sein Augenmerk in Blankenese auch auf die Familie Warburg, die eine wichtige Rolle bei der Judenrettung in Nazi-Deutschland und im besetzten Dänemark spielte. Zwei Dörfer in Israel wurden gar nach Warburgs benannt, ein weiterer Spross der Familie verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Israel.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.