Unser Kirchenjahr

Advent

Das Kirchenjahr beginnt am 1. Advent. Das lateinische Wort adventus heißt auf Deutsch „Ankunft". Damit ist sowohl die Geburt Jesu Christi gemeint als auch seine erhoffte Wiederkehr auf die Erde. Die Adventszeit ist eine Zeit der Vorbereitung, der Erwartung und Besinnung. Die liturgische Farbe, die man in unserer Kirche am Antependium (Altarbehang) ablesen kann, ist violett, die Farbe der Buße.
In unserer Gemeinde feiern wir am 1. Advent einen Familiengottesdienst. Anschließend werden die Türen zum Weihnachtsmarkt im Gemeindehaus geöffnet. Der Erlös des Weihnachtsmarktes kommt seit vielen Jahren mehreren Projekten für Kinder und Erwachsene in armen Ländern zu.
 

Weihnachten

Weihnachten ist das Fest der Geburt Christi. Es werden sowohl das historische Ereignis der Geburt gefeiert, als auch die Offenbarung Gottes in Jesus Christus, Gottes Menschwerdung. Gott wurde Mensch, damit die Menschen ihn erkennen und seine Kinder werden können. Die Weihnachtszeit dauert vom 25. Dezember bis zum 1. Sonntag nach Epiphanias am 6. Januar. Die liturgische Farbe des Christfestes ist weiß, als Symbol des Lichtes.
Am 24. Dezember feiern wir in der Johanneskirche vormittags einen Gottesdienst für Große & Kleine, mehrere Christvespern und eine Christmette. Außerdem gibt es Weihnachtsgottesdienste in den Senioren- und Pflegeheimen. Am 1. und 2. Weihnachtstag finden ebenfalls Gottesdienste in der Kirche statt.
 

Altjahrsabend

In die Weihnachtswoche fällt der Jahreswechsel. Am Altjahrsabend feiern wir einen Gottesdienst mit Abendmahl. Wir blicken auf das vergangene Jahr zurück und stärken uns im Hören auf Gottes Wort für das kommende Jahr.
 

Epiphanias

Am 6. Januar ist Epiphanias, das „Fest der Erscheinung des Herrn" oder der „Dreikönigstag", mit dem auch die Taufe Jesu in Verbindung steht. Jesus Christus zeigt sich als Gottes Sohn, König und Herr. Zu diesem Fest gehörte von Anfang an das Lichtmotiv: Jesus Christus bringt Licht, Klarheit und Freude in das Leben der Glaubenden. Wir feiern an Epiphanias einen abendlichen Lichtergottesdienst.
 

Passionszeit

Ostern ist das älteste christliche Jahresfest. Zum Osterfestkreis gehören die Passionszeit als eine Buß- und Fastenzeit und die Osterzeit als eine Freudenzeit. Die Passionszeit beginnt am Aschermittwoch 40 Tage vor Ostern. In dieser Zeit erinnern wir uns an das Leiden Christi (lateinisch passio). Ihre liturgische Farbe ist violett.
Jeden Mittwoch Abend gibt es in der Kirche eine Passionsandacht. Die Woche vor Ostern ist die Karwoche. Sie beginnt an Palmsonntag; das ist in Rissen traditionell der Tag der Ostermeile bzw. des Ostermarktes.
Gründonnerstag feiern wir zur Erinnerung an das letzte Mahl, das Jesus am Abend vor seinem Tod mit den Jüngern gehalten hat, einen Abendmahlsgottesdienst.
Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung und des Todes Christi. In der evangelischen Tradition ist er einer der höchsten Feiertage. Morgens halten wir einen Abendmahlsgottesdienst und nachmittags eine Andacht zur Sterbestunde Jesu, manchmal mit Musik.
 

Ostern

Ostern ist das Fest der Auferstehung: Jesus, und mit ihm alle Christen, gehen durch den Tod neu ins Leben. Nun beginnt die österliche Freudenzeit, die bis Pfingsten reicht.
Der Gottesdienst in der Osternacht galt ursprünglich als die wichtigste christliche Feier überhaupt. In der Johanneskirche gibt es in der Osternacht einen Gottesdienst mit dem Hereintragen des Lichtes, biblischen Lesungen, Liedern, Gebeten und einem Taufgedächtnis. Manchmal lassen sich Menschen in der Osternacht taufen. Die liturgische Farbe der Osterzeit ist weiß.
Am Ostersonntag feiern wir morgens einen Festgottesdienst mit Abendmahl: Wir hören das Evangelium von der Auferstehung Christi und zünden eine neue Osterkerze an. Alle nehmen ein Osterlicht mit nach Hause.
Ostermontag feiern wir traditionell einen Familiengottesdienst.
 

Christi Himmelfahrt

40 Tage nach Ostern wird das Fest der Himmelfahrt Christi begangen. Nach seinem Tod war Christus als Auferstandener noch bei den Menschen auf der Erde; jetzt steigt er zu Gott in den Himmel auf. Auch an diesem Tag gibt es einen Gottesdienst, manchmal im Freien.
 

Pfingsten

Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes: Die Jünger empfangen am 50. Tag nach Ostern die Gabe des Heiligen Geistes, die sie befähigt, in anderen Sprachen zu reden. Als Tag der Sendung des Geistes gilt Pfingsten als Gründungstag der christlichen Gemeinde. Im Glauben und Leben der Gemeinde setzt sich die Geschichte Christi fort. Die liturgische Farbe von Pfingsten als einem Fest der Kirche ist rot.
Pfingstsonntag und Pfingstmontag feiern wir vormittags Gottesdienste, manchmal im Freien.
 

Trinitatis

Am Sonntag nach Pfingsten wird „Trinitatis", der Tag der Heiligen Dreifaltigkeit, begangen. Es wird kein bestimmte Ereignis bedacht, sondern die zentrale christliche Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist (Dreieinigkeit, Trinität). Die liturgische Farbe ist weiß.
Auf Trinitatis folgt bis in den Herbst eine lange Reihe von Sonntagen, die „nach Trinitatis" genannt werden. Je nach dem Termin des Osterfestes können dies bis zu 24 Sonntage sein. Die liturgische Farbe für die Trinitatiszeit ist grün als Farbe der aufgehenden Saat.
 

Erntedankfest

In die Trinitatiszeit fällt Ende September oder Anfang Oktober das Erntedankfest. Zum Zeichen des Dankes für die Ernte werden Altar und Altarraum mit Gaben geschmückt.
Auch bei uns ist an Erntedank die Kirche geschmückt, und wir feiern einen Familiengottesdienst mit Abendmahl.
 

Reformationstag

Am 31. Oktober gedenken evangelische Christen der Reformation durch Martin Luther. Der Überlieferung nach schlug er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen zu Ablass und Buße an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Dieses Ereignis wird als Beginn der Reformation angesehen. Die liturgische Farbe ist rot.
In Hamburg ist der Reformationstag kein Feiertag. Deshalb feiern wir einen Gottesdienst zum Reformationsfest meistens an dem jeweils darauf folgenden Sonntag.
 

Martinstag

Am 11. November wird an Bischof Martin von Tours († 397) gedacht, der in der katholischen wie in der evangelischen Kirche sehr beliebt ist. Der Überlieferung nach teilte er während seiner Soldatenzeit seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Für evangelische Christen ist der 11. November zugleich der Namens- und Tauftag Martin Luthers.
Am Sonntag vor oder nach dem Martinsfest veranstalten wir einen Laternenumzug für die Kinder, singen und erzählen Geschichten von Bischof Martin.
 

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres

Der vorletzte Sonntag des Kirchenjahres wird heute öffentlich Volkstrauertag genannt. Er wird seit dem Ende des 1. Weltkrieges begangen und hat eine wechselvolle politische Geschichte. Im Mittelpunkt des evangelischen Gottesdienstes geht es an diesem Tag um die Fragen nach Gericht und Erlösung, Krieg und Frieden.
Am Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres gibt es einen Gottesdienst in der Johanneskirche. Anschließend beteiligt sich die Kirchengemeinde an der vom Bürgerverein veranstalteten Feier zum Volkstrauertag am Gedenkstein der Gefallenen der beiden Weltkriege.
 

Buß- und Bettag

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gab es regelmäßige Buß- und Bettage, an denen die Bevölkerung angesichts von Notständen, Katastrophen oder Kriegsgefahren zu Gebet und Buße aufgerufen wurde. Mit der Zeit wurden Buße und Bitte immer mehr individuell verstanden, und der Buß- und Bettag wurde zu Gewissensprüfung und Abendmahlsgang genutzt. Seit 1995 ist der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr.
Wir feiern am Buß- und Bettag einen Abendgottesdienst. Die liturgische Farbe ist violett.
 

Ewigkeitssonntag

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres feiern wir Ewigkeitssonntag, auch Totensonntag genannt. An diesem Tag wird der Verstorbenen gedacht, die in die Ewigkeit eingegangen sind. In den Lesungen und Gebeten geht es um das Kommen Christi und des Reiches Gottes.
Im Gottesdienst am Ewigkeitssonntag werden die Verstorbenen des letzten Kirchenjahres namentlich genannt. Wir entzünden Kerzen für die Toten, schließen sie in die Fürbitte ein und beten auch für die Trauernden.